Therapieangebot:
Die innere Logik psychischer Beschwerden verstehen
Jeder Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens eine eigene Art, sich selbst, andere Menschen und Beziehungen zu erleben. Diese innere Organisation prägt, wie wir mit Nähe und Distanz umgehen, wie wir unseren Selbstwert erleben, auf Kritik reagieren oder mit Belastungen und Konflikten umgehen.
Oft trägt uns diese Persönlichkeitsstruktur über viele Jahre hinweg durch das Leben. Manchmal geraten wir jedoch an Situationen, die unsere gewohnten Möglichkeiten der Bewältigung überfordern. Trennungen, berufliche Krisen, Verluste oder andere belastende Lebensereignisse können dazu führen, dass bislang verborgene Verletzlichkeiten sichtbar werden. Plötzlich entstehen depressive Beschwerden, Ängste, innere Leere, starke Selbstzweifel oder wiederkehrende Konflikte in Beziehungen.
Nicht selten erleben Menschen dabei, dass sie an ähnliche Grenzen geraten wie schon früher: dass bestimmte Kränkungen besonders schwer auszuhalten sind, Kritik tief trifft, Nähe verunsichert oder sich Konflikte immer wieder auf ähnliche Weise entwickeln.
Psychodynamische Psychotherapie im Generellen richtet den Blick auf diese Zusammenhänge. Sie interessiert sich nicht nur für die Symptome wie Depressionen oder Ängste selbst, sondern auch für die zugrunde liegenden Muster des Erlebens, Fühlens und Handelns: jedes Symptom ergibt auf diese Weise einen Sinn, den es zu verstehen gilt, um einen bewussten Umgang damit zu entwickeln.
Je nach Fragestellung kann dabei die Bearbeitung eines umschriebenen Konflikts im Vordergrund stehen oder eine intensivere Auseinandersetzung mit länger bestehenden Persönlichkeits- und Beziehungsmustern sinnvoll sein.
Dazu biete ich unter Anderem spezfische Formen von Therapie an, über welche ich Sie nun etwas tiefgehender informieren möchte.
- Übertragungsfokussierten Psychotherapie / Transference Focussed Therapy TFP: Einzeltherapie bei intensiven Beziehungs-, Selbstwert- und Gefühlskonflikten
Manche Menschen erleben Gefühle besonders intensiv. Kränkungen, Kritik, Zurückweisungen oder Konflikte können sie tief erschüttern und lange nachwirken. Häufig zeigen sich dabei Muster, die sich trotz unterschiedlicher Lebensumstände immer wiederholen: Beziehungen werden als wechselhaft oder belastend erlebt, das Selbstwertgefühl gerät rasch ins Wanken oder Gefühle erscheinen zeitweise überwältigend und schwer kontrollierbar.
Manchmal bestehen diese Schwierigkeiten nicht ständig. Manchmal bestehen diese Schwierigkeiten aber auch schon seit der Kindheit oder Jugend. Viele Betroffene führen über lange Zeit oder auch immer wieder ein erfolgreiches Berufs- und Privatleben, manche können eine hinreichende Stabilität nur schwer aufrechterhalten.
Ein Schwerpunkt meiner Praxis ist die Behandlung von Menschen, die unter solchen wiederkehrenden Mustern leiden. Dazu gehören auch Persönlichkeitsstörungen, bei denen Schwierigkeiten im Erleben von Beziehungen, im Umgang mit Gefühlen oder in der Stabilität des Selbstwerts eine zentrale Rolle spielen.
In diesen Fällen kann eine intensive psychodynamische Einzeltherapie sinnvoll sein. Ich arbeite hierbei unter anderem mit der übertragungsfokussierten Psychotherapie (TFP), einem wissenschaftlich gut untersuchten Verfahren, das speziell für Menschen entwickelt wurde, die unter starken emotionalen Schwankungen, ausgeprägten Beziehungskonflikten oder einer erhöhten seelischen Verletzlichkeit leiden.
Die Therapie findet in der Regel zweimal wöchentlich statt. Der geschützte Rahmen der Einzeltherapie ermöglicht es, intensive Gefühle, Konflikte und Beziehungserfahrungen gemeinsam zu verstehen und schrittweise neue Möglichkeiten im Umgang mit ihnen zu entwickeln.
- Gruppenanalytische Therapie- Analytische Gruppenpsychotherapie
Viele psychische Schwierigkeiten zeigen sich besonders deutlich in Beziehungen zu anderen Menschen. Wie wir auf Nähe, Distanz, Kritik oder Zurückweisung reagieren und wie wir auf andere wirken, ist uns dabei oft nur teilweise bewusst.
In der analytischen Gruppenpsychotherapie wird genau diese zwischenmenschliche Ebene zum zentralen Ausgangspunkt der Behandlung. Alles, was in der Gruppe geschieht – ein Blick, ein Schweigen, eine Spannung im Raum, ein Rückzug, ein Lächeln oder eine spontane Reaktion – hat Bedeutung im Beziehungsgeschehen. Es gibt in diesem Sinne kein „Nicht-in-Beziehung-sein“. Jede Äußerung, auch das Nicht-Sprechen, ist Teil der gemeinsamen Dynamik.
Die Gruppe macht erfahrbar, dass innere Zustände (also z.B. depressiver Rückzug, Ängste, Wut) und zwischenmenschliche Wirkungen untrennbar miteinander verbunden sind. Menschen reagieren nicht nur aufeinander, sie beeinflussen sich gleichzeitig gegenseitig. Was im Inneren eines Einzelnen geschieht, wird durch das Verhalten der anderen mitgeprägt und umgekehrt.
Im Verlauf der Therapie entsteht dadurch eine besondere Form der Wahrnehmung: die Fähigkeit, sich selbst im Kontakt mit anderen genauer zu beobachten und zugleich feiner zu verstehen, was im Gegenüber ausgelöst wird. Unterschiedliche Persönlichkeits- und Beziehungsmuster treten dabei unmittelbar zutage. Während sich eine Person eher zurückzieht, wird eine andere unruhig oder konfrontativ, wieder eine andere versucht zu kontrollieren oder passt sich stark an. Diese Unterschiede sind kein Zufall, sondern Teil eines sich ständig neu entfaltenden Beziehungsgeschehens.
Gerade in dieser gegenseitigen Resonanz entsteht ein vertieftes Verständnis für die eigene Art, in Beziehungen zu sein. Die „innere Wahrnehmung“ für seelische Vorgänge im Kontakt mit anderen wird differenzierter und lebendiger. Dadurch können auch außerhalb der Gruppe Beziehungen klarer wahrgenommen und anders gestaltet werden – in Partnerschaften, Familien oder im beruflichen Alltag.
Die analytische Gruppenpsychotherapie eignet sich für Menschen, die über eine ausreichende Stabilität verfügen und ihre wiederkehrenden Beziehungsmuster nicht nur besprechen, sondern im unmittelbaren Kontakt mit anderen Menschen besser verstehen und verändern möchten.
- EMDR: Behandlung von traumatischen Erfahrungen und belastenden Lebensereignissen
Belastende oder traumatische Erfahrungen können das Erleben von Sicherheit, Nähe und Selbstvertrauen nachhaltig beeinflussen. Manche Menschen entwickeln im Anschluss an solche Erfahrungen anhaltende innere Unruhe, Angstreaktionen, körperliche Anspannung oder ein Gefühl von Alarmbereitschaft, das sich nicht mehr vollständig regulieren lässt.
Dabei kann es sich sowohl um einzelne, klar abgrenzbare Ereignisse handeln – etwa Unfälle, plötzliche Verluste oder andere einschneidende Erfahrungen – als auch um wiederholte belastende Situationen, die im Laufe der Zeit zu einer tiefen Verunsicherung geführt haben.
In meiner Praxis arbeite ich in diesen Fällen unter anderem mit EMDR, einem wissenschaftlich gut untersuchten Verfahren der Traumatherapie. EMDR unterstützt dabei, belastende Erinnerungen so zu verarbeiten, dass sie weniger gegenwärtig und überwältigend erlebt werden und wieder in die persönliche Lebensgeschichte integriert werden können.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht das ausführliche Wiedererzählen des Erlebten, sondern die schrittweise Verarbeitung der damit verbundenen emotionalen und körperlichen Reaktionen unter bilateraler Stimulation. Dabei folgen Sie bestenfalls mit den Augen einem sich rasch bewegenden Punkt auf der Lichtleiste. Ziel ist es, dass innere Sicherheit und Stabilität wieder wachsen können und das Erlebte nicht dauerhaft den gegenwärtigen Alltag bestimmt.
Je nach Art und Einbettung der Belastung kann EMDR mit einer psychodynamischen Einzeltherapie kombiniert werden, insbesondere wenn sich zeigt, dass die traumatischen Erfahrungen in engem Zusammenhang mit Beziehungsmustern, Selbstwertkonflikten oder länger bestehenden inneren Strukturen stehen.

Über mich
Ich bin Diplom-Psychologin und habe mein Studium der Psychologie 2010 an der Freien Universität Berlin abgeschlossen. Meine Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin (DGPT) absolvierte ich an der Arbeitsgemeinschaft für Psychoanalyse und Psychotherapie Berlin (APB e.V.). Seit 2017 arbeite ich auf einem eigenen Kassenarztsitz, zunächst in Schöneberg, seit Langem nun in Adlershof.
Bedeutsame Erfahrungen mit einem weiten Spektrum psychischer Erkrankungen habe ich unter Anderem in der Psychiatrie und der Psychosomatik im St. Josef Krankenhaus in Weissensee gesammelt.
Darüber hinaus habe ich eine Ausbildung zur Gruppenanalytikerin und Gruppentherapeutin am Berliner Institut für Gruppenanalyse (BIG e.V.) abgeschlossen. Die Arbeit mit Gruppen und an zwischenmenschlichen Dynamiken liegt mir besonders am Herzen, da sich innere Muster dort unmittelbar zeigen und im Kontakt mit anderen Menschen erfahrbar und verstehbar werden können. Es entstehen beeindruckende Prozesse, die ich mit Leidenschaft begleite.
Meine Weiterbildung in EMDR erfolgte über das EMDR-Institut Deutschland (EMDRIA).
Zusätzlich habe ich eine vertiefte Ausbildung in Übertragungsfokussierter Psychotherapie/ Transference Focussed Therapy (TFP) am TFP-Arbeitskreis des Instituts für Psychoanalyse absolviert und bin Mitglied der International Society of Transference-Focused Psychotherapy (ISTFP).
In meiner Arbeit verbinde ich diese verschiedenen Verfahren, um Patientinnen und Patienten eine individuell abgestimmte und zugleich wissenschaftlich fundierte Behandlung anzubieten.

Kontakt aufnehmen
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E-Mail: k.fiedler-meyer[at]gmx.de
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